Titelbild:“Jackie Chan” von Gage Skidmore , Lizenz: (CC BY-SA 2.0)

Der iranische Staatssender Irib hat den Direktor einer seiner Regionalsender entlassen, nachdem dieser eine Jackie-Chan-Film gesendet hat, ohne eine Sex-Szene zu entfernen.

15 Sekunden kosteten einem iranischen Medienmanager den Job – und möglicherweise auch mehr. Der iranische Staatssender Irib hat den Direktor einer seiner Regionalsender entlassen, nachdem dieser eine Jackie-Chan-Film gesendet hat, ohne eine Sex-Szene zu entfernen.

Iranische Medien berichten, die Szene wurde auf dem Sender Kish TV unter “völliger Verletzung der Irib-Vorschriften” gesendet. Zuseher haben die 15 Sekunden dauernde Sex-Szene des 2009 erschienen Jackie-Chan-Films “Stadt der Gewalt” abgefilmt und ins Netz gestellt.

In der Islamischen Republik ist es verboten physischen Kontakt zwischen Männer und Frauen zu senden. Fromme Zensoren legen dieses Gebot jedoch bisweilen auch noch strenger aus: unverschleierten Frauen, Nahaufnahmen von weiblichen Gesichtern oder ein tiefer Ausschnitt sind der Zensur im Iran ebenso zum Opfer gefallen wie negative Darstellungen von Polizisten. Das bekamen Zuseher zuletzt bei der Auslosung zur Fußball-WM zu spüren: Wegen eines zu knappen Kleides der russischen Moderatorin unterbrachen die Zensoren das Live-Programm.

Untersuchung angeordnet

Entsprechend ernst nimmt man in der staatlichen Rundfunkanstalt Irib, die direkt dem Revolutionsführer unterstellt ist,  die Vorwürfe rund um den Jackie-Chan-Vorfall. Laut der Nachrichtenagentur Tasnim versprach dessen Chef, Aliasgari Ali Askari, eine Untersuchung und drohte die  Verantwortlichen “den verantwortlichen Behörden zu melden”.

Die Reaktion wirkt offenbare nicht nur auf Außenstehende überschießend: Auch Iraner mockieren sich unter dem Hashtag “Kanal Kish” über die empörte Reaktion des Senders.

Autor: Stefan Binder
Veröffentlicht am 2.1.2019
Titelbild:“Jackie Chan” von Gage Skidmore , Lizenz: (CC BY-SA 2.0)

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