Laut einer nun veröffentlichten Erhebung konnte das syrische Regime dank der Unterstützung aus Moskau rund die Hälfte des Landes zurückerobern.

Was aufmerksame Beobachter des syrischen Bürgerkrieges schon ahnten, wurde nun in Zahlen gegossen: Die russische Intervention auf Seiten des Assad-Regimes konzentrierte sich nicht auf den “Islamischen Staat” (IS) sondern andere Rebellengruppen in Syrien.

Laut einer Analyse von IHS Jane’s Terrorism and Insurgency Center (JTIC) sind die Luftschläge in Syrien seit der russischen Intervention, die 2015 begann, um 150 Prozent gestiegen. Diese Angriffe haben dem Regime geholfen die Gebiete, die sie kontrollieren zu verdreifachen, so der Bericht. Von ursprünglich 16 Prozent der syrischen Landfläche im September 2015 auf 47 Prozent im März 2018

Assads Streitkräften gelang es dank russischer Unterstützung große urbane Zentren wie Aleppo und Homs zurückzuerobern sowie die Grenze zum Libanon, die beliebte Schmuggelroute für oppositionelle Kräfte war, zu sichern. Das Gros der Rebellen ist derzeit im Großraum Idlib isoliert. 

Die von JTIC veröffentlichten Daten zeigen die entscheidende Rolle, die die russischen Luftschläge im syrischen Bürgerkrieg gespielt haben. Die Gegenspieler Assads am Schlachtfeld konnten der Luftüberlegenheit nichts entgegensetzten. Die Zahl der Luftschläge stieg von 2.738 im September 2015 auf 6.833 im März 2018, so der Bericht.

Nur 14 Prozent gegen IS

Nur 960 davon zielten auf den “Islamischen Staat” ab – rund 14 Prozent. Die Mehrheit der Luftschläge zielten auf andere Rebellengruppen im syrischen Bürgerkrieg.

Die Luftschläge “waren speziell auf Gebiete konzentriert, in denen der Islamische Staat eine geringe oder keine operative Präsenz hatte”, schlussfolgert der Bericht.

Autor: Stefan Binder.
Veröffentlicht am 16.5.2018