Mediziner warnen vor den Folgen der Epidemie an Übergewicht in Saudi-Arabien.

Dass in den Ländern des Arabischen Golfes ein Problem mit Übergewicht besteht, ist aufgrund der Statistiken kein Geheimnis. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO (Stand 2014) sind rund 35 Prozent der saudischen Bevölkerung übergewichtig. Damit nimmt das Land noch vor den USA Rang 17 im globalen Übergewichtsranking ein.

Nun warnt der Präsident der saudischen Diabetes-Vereinigung, Dr. Abdul Rahman al-Sheikh, vor den Folgen der Epidemie. Laut der Tageszeitung “Mecca” sind bereits 20% der saudischen Bevölkerung an Diabetes erkrankt. Speziell jene über 40 Jahren seien davon besonders betroffen so al-Sheikh.

Oftmals nicht diagnostiziert

 

Besondere besorgniserregend sei laut al-Sheikh jedoch die Tatsache, dass viele Diabetes-Erkrankungen noch nicht diagnostiziert seien und deswegen einem noch größeren Gesundheitsrisiko ausgesetzt seien.

Mit dem Problem ist Saudi-Arabien nicht allein: Statistiken zeigen einen stetigen Anstieg an Typ-2-Diabetes in den Golfstaaten. Mangel an Bewegung, ungesunde Ernährung und speziell die Zunahme an Konsum von Fast Food führen zu stetig steigenden Übergewicht und gelten als Hauptursache für den starken Anstieg der Erkrankung.

Kosten

Indirekt sind diese hohen Diabetes-Zahlen  auch Hemmnis für die Reformbemühungen von Neo-Kronprinz Mohammed bin Salman, der dem Land eine wirtschaftspolitische Radikalkur verordnen will, da Saudi-Arabien Gefahr läuft langfristig in eine wirtschaftliche Schieflage zu geraten. Die Kosten für das saudische Gesundheitssystem für die Epidemie dürften in die Milliarden gehen.

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Autor: Stefan Binder.
Veröffentlicht am 7.10.2018.
Titelbild: RabunWarna/Flickr (CC BY-ND 2.0)

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